Met (Honigwein) ist wohl das älteste Gährungsgetränk der Menschheit. Seine Geschichte ist eng mit der des Honigs verknüpft und reicht bis in die Steinzeit. Vielleicht war es Zufall das Honig mit (Regen-) Wasser verdünnt zu gären begann und nach einiger Zeit ein berauschendes Getränk ergab, das zu allen Zeiten als etwas ganz besonderes galt. Ich kenne kein Getränk auf unserer Erde, welches so viele Möglichkeiten der Erzeugung und damit auch des Geschmackes hat. Es gibt unzählige Honigsorten - jede einzelne davon kann man trocken, halbtrocken oder lieblich ausbauen. Auch in der Herstellung selbst gibt es viele Variationsmöglichkeiten. Bienenvater Dzierzon kochte das Honigwasser bis es ein frisches Hühnerei trug. Durch das Kochen erhält der Met eine dunklere Farbe, dickere Konsistenz und einen intensiveren Geschmack. Heute vergärt man häufig kalt um Inhaltsstoffe zu schonen. Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten Gewürze zuzusetzen. Met besteht laut geltendem Recht aus einem Gewichtsanteil Honig und zwei Gewichtsanteilen (möglichst weichem) Wasser. Es ist verboten um besonders trockenen Met zu erzeugen, einfach etwas Honig wegzulassen. Herber Met entsteht durch entsprechende Hefe, die erst bei hohem Alkoholgehalt abstirbt. Auch der Zusatz von Zucker oder anderen süßenden Zutaten ist nicht statthaft. Die Rechtsgrundlage für die Herstellung von Met wird in den Leitsätzen für weinähnliche und schaumweinähnliche Getränke vom 27.11.2002 (Beilage Nr.46b zum BAnz. vom 07.03.2003, GM-BL:Nr:8-10 vom 20.02.2003 geregelt. Demnach sind zwar der Phantasie des Metherstellers keine Grenzen gesetzt, jedoch muß der Honigwein

die vom verwendeten Honig stammenden typischen Geruchs -und Geschmacksmerkmale aufweisen. Darüberhinaus ist jede weitere Zugabe von Früchten, Kräutern, Hopfen, Gewürzen usw. auf dem Etikett angabepflichtig!

Leider ist Met ein absolutes Nischenprodukt und selbst Lebensmittelkontroll - Behörden tun sich mit der richtigen Deklaration schwer. Somit ist der Kunde alleingelassen, wenn er entscheiden soll, ob er Schwarzmet oder Hollunderwein mit Honig kaufen soll (gleiche Rezeptur). Nach meiner persönlichen Meinung ist das Kundenverarschung. Hanffelder (Cannabis sativa) bieten unseren Bienen zwar im August eine gute Pollenversorgung - aber von Hanf erntet man keinen Honig. Wie also kann man Hanfmet in Verkehr bringen, auf welchem weder der Ausgangshonig, noch die Zuschlagstoffe dokumentiert sind? Häufig sagen mir Leute “Met hab ich schon mal getrunken - schmeckt mir aber nicht”. Natürlich alles Geschmacksache! Aber die meisten wissen nicht wie viele Möglichkeiten es gibt, Met zu geniessen. Wenn Sie am Ende eines heißen Sommertages einen schlabberwarmen Billigmet für viel Geld angedreht bekamen, werden Sie so schnell nichts mehr von Met wissen wollen. Hier sollten Sie Ihre Macht als Kunde nutzen und z.B. vorher um ein Kostpröbchen bitten. Häufig ist ein kritischer Blick über den Ausschanktresen auch aufschlußreich. Zum Abschluß noch die Leitsätze für weinähnliche Getränke, welche mir freundlicherweise durch Herrn Dr. R. Miltenberger, von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim übersandt wurden.

Honigwein

Met

Allgemeine Hinweise, Empfehlungen, Vorschriften

1. Lebensmittelrechtliche Grundlagen:

>Leitsätze für weinähnliche Getränke (i.d.F.v. 27.11.02)<

  Begriffsbestimmung:

Honigwein ist ein alkoholisches Getränk; aus einem Gewichtsteil Honig und max. zwei Gewichtsteilen Wasser (Trinkwasserqualität ! ) mittels teilweiser oder vollständiger alkoholischer Gärung; ohne Zusatz von Zuckerarten oder süßende Zutaten.

2. Erlaubte Herstellungsverfahren:

- Technische Verfahren (Auszug)

- Filtration

- Zentrifugation

- Thermische Behandlung

- Behandlungsverfahren (Auszug)

- Zusatz von flüssiger Reinhefe oder Trockenhefe

- Zusatz von Hefenährstoffen: max. 40 g/100 l Ammoniumsalze

- Zusatz von Säuren bis max. 3 g/l Zitronensäure

- Klärmittel wie Gelatine, Kieselsol, Bentonit

- Hopfen, Gewürze

3. Beschaffenheitsmerkmale:

- mind. 5,5% vol vorhandener Alkohol

- mind. 16 g/l zuckerfreier Extrakt; ohne zugesetzte Säure

- höchstens 1,2 g/l flüchtige Säure, berechnet als Essigsäure

4. Kennzeichnung des Restzuckergehaltes:

“herb” , “brut”

bis 15 g/l

Restzucker

“trocken” , “sec”

bis 35 g/l

Restzucker

“halbtrocken”

33 bis 50 g/l

Restzucker

“lieblich”,”süß”,”mild”

über 50 g/l

Restzucker

 

 

 

 

 

 

5. Werden keine Zusatzstoffe verwendet,darf dies in der Kennzeichnung    angegeben werden:

z. B. “ohne Zusatz von Konservierungsmittel”

“ohne Zusatz von Säurungsmittel”

6. Bezeichnung, Etikettenangaben:

- “Honigwein” oder “Met” oder beides

- Name, Anschrift des Erzeugers oder Abfüllers

- vorhandener Alkoholgehalt in %vol. (Toleranzgrenze + 0,5% vol.)

- Los-Nummer oder Abfüll-Nummer

- Nennfüllmenge

- Preisauszeichnung

7. Sensorische Qualität:

> Honigwein soll die vom verwendeten Honig stammenden typischen Geruchs- und Geschmacksmerkmale aufweisen. <

> Zur Geschmacksabrundung ist gestattet: <

- Zusatz von Gewürzen, Kräutern, Früchten bzw. Fruchtsäften

- Einstellung des Restzuckergehaltes mit Honig

8. Alkoholgehalt und Etikettenangabe:

Die Angabe: vorhandener Alkoholgehalt in % vol. ist nur verlässlich, wenn der Alkohol im Labor analytisch ermittelt wurde.

Met

Der Wein aus Honig